• Anne-Liese Prem

#tomorrowtalk mit: Julia Körner, Designerin, Los Angeles

Julia Körner, © Pia Clodi

Sie ist eine, die Grenzen sprengt und mit ihren Ideen gleich mehrere Branchen voran bringt: Julia Körner ist eine international bekannte Designerin, die an der Schnittstelle von Architektur, Produkt- und Modedesign arbeitet. Vor allem ihre Innovationen im Bereich 3-D Druck sorgen für viel Furore, zum Beispiel im Oscar-prämierten „Black Panther" Film. 2019 wurde die gebürtige Salzburgerin von ARCHINECT als „Architecture´s Queen of 3D Fabrication" bezeichnet. Ein #tomorrowtalk über Ideen, wie es nach der Krise weitergehen kann.


Es gibt nun viele Möglichkeiten, Mode neu umzudenken und Zeit für Veränderung. Die Zukunft der Mode sehe ich in lokaler Produktion und Innovation in Technologie und neuen Ideen für „Urban Manufacturing”. Julia Körner

tomorrow stories: Wie verbringst du die Quarantäne? Wie ist die Situation aktuell so in Los Angeles? 


Julia Körner: Ich verbringe die Quarantäne mit meinem Mann. Meine UCLA Studenten unterrichte ich online. Die Situation in Los Angeles ist den Umständen entsprechend gut, die Leute halten sich an die „Stay at Home" und „Social Distancing" Auflagen. 


ts: Wie hat sich Dein Tagesablauf verändert? 


JK: Mein Tagesablauf hat sich stark verändert, normalerweise habe ich sehr viele Meetings und bin immer sehr viel unterwegs. Ich reise viel zwischen Europa und den USA hin und her. Momentan fokussiere ich sehr stark auf meine kreative Arbeit, für diese ich jetzt viel mehr Zeit habe. Wir helfen außerdem bei einer Initiative mit, in der wir PPE Schutzausrüstung 3D drucken für Krankenhäuser.


ts: Welche Auswirkungen hat die Zwangspause auf Dein Business? 

JK: Einige Events sind abgesagt worden und Projekte wurden auf später dieses Jahr verschoben. Ich arbeite nach wie vor an meinem Re-Fream Forschungsprojekt und es ergeben sich auch gerade neue spannende Projekte. Ich habe viele online meetings mit Technologie-Partnern und Klienten, aber das war davor auch schon so, da ich viel international arbeite und daher auch schon davor viel virtuell gearbeitet habe.


ts: Wie wirkt sich die Krise auf Mode und Design generell jetzt schon aus? Was beobachtest Du? Welche Veränderungen wird die Krise deiner Meinung nach langfristig auf das Modebusiness haben? 


JK: Es gibt nun viele Möglichkeiten, Mode neu umzudenken und Zeit für Veränderung. Die Zukunft der Mode sehe ich in lokaler Produktion und Innovation in Technologie und neuen Ideen für „Urban Manufacturing".


ts: Gibt es Innovationen, die jetzt noch stärker und schneller kommen werden?


JK: Ich glaube, traditionelle Handwerkskunst wird wieder stärker werden, genauso wie innovative neue Technologien wie der 3D Druck werden wichtiger. Die Möglichkeit lokal zu produzieren und nicht von globalen Produktionsstätten abhängig zu sein, bietet nun neue Möglichkeiten. Ich beschäftige mich in meinem Re-Fream Projekt stark damit, hier der Link zu meinem letzten Blogeintrag.


ts: Welche Tipps hast Du für Unternehmen, die im Moment gar nicht weiter wissen? 


JK: Die Kunst liegt momentan in der Adaption, Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. Neue Ideen und Umdenken ist jetzt wichtig. Ich empfehle den Ausstellungskatalog: „Designs For Different Futures". Eine Ausstellung im Philadelphia Museum of Art zeigt zukunftsorientiertes Design, unter anderem mein neuestes Projekt „Setae Jacket".


Setae Jacket, Julia Körner, © Ger Ger

Julia Körner´s Arbeiten wurden bereits im National Geographic Magazine, VICE, WIRED und der New York Times veröffentlicht und in renommierten Museen auf der ganzen Welt wie zum Beispiel dem Metropolitan Museum of Art in New York (MET) gezeigt. Mehr über Julia Körner und ihre Arbeit: www.juliakoerner.com.


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